



Lagerleben
Wenn unser Lager steht, entsteht ein stimmiges Bild eines Söldnerhaufens des späten 15. Jahrhunderts mit Tross: Zelte, Ausrüstung und Alltag greifen ineinander und zeigen nach außen ein Lagerleben, das nicht nur „dekorativ“ wirkt, sondern glaubwürdig und lebendig.​
​
Die Lagerküche ist Teil unseres Lagers und wird an anderer Stelle ausführlicher vorgestellt. Ebenso gehört zum Gesamtbild, dass ein Söldnerzug nicht nur aus Kämpfern bestand: Der Tross übernahm viele Arbeiten, ohne die ein Lager nicht funktionieren konnte – von Versorgung bis zu Reparaturen. Historisch passend zeigen wir dabei auch die typische Lagerausstattung: Zelte bestanden häufig aus schwerem Leinen- oder Hanftuch und wurden mit Holzstangen und Abspannseilen aufgebaut.​​
​
Unter dem Gemeinschaftsbaldachin treffen wir uns für Absprachen, Essen und das Miteinander im Lager. So entsteht ein Lager, das Besucher*innen einen klaren Eindruck vermittelt: Wie so ein spätmittelalterliches Feldlager organisiert war – und wie es sich angefühlt haben könnte, wenn ein Haufen für einige Tage sein Lager aufschlug.
Lagerküche
Hier entsteht das, was im Feld schon damals entscheidend war: eine verlässliche Mahlzeit, ein warmer Trunk und ein klarer Ablauf, damit der Tag im Lager funktioniert. „Ohne Mampf kein Kampf“ – dieser Spruch bringt es auf den Punkt: Verpflegung war die Grundlage dafür, dass ein Haufen marsch- und einsatzfähig blieb. Und genau so verstehen wir unsere Küche auch: nicht als Dekoration, sondern als aktive Lagerküche, die von uns wirklich genutzt wird – zum Vorbereiten, Kochen und Versorgen im laufenden Lagerbetrieb.​
​
Auch wenn die Rollenverteilung damals nicht unbedingt so gewesen sein muss, handhaben wir es bei uns bewusst gemeinsam: Bei uns stehen auch die Männer aktiv mit am Kochplatz, packen mit an und sorgen mit dafür, dass der Kessel nicht leer bleibt. So zeigen wir nach außen, wie eng Versorgung, Ordnung und Gemeinschaft im Lager zusammengehören.​ Die Lagerküche ist damit nicht nur ein praktischer Ort, sondern ein Teil des Lagerlebens, an dem man sieht: Ein Haufen lebt nicht allein vom Schwert – sondern ebenso von dem, was täglich im Kessel landet.








Spießdrill
Ein mittelalterlicher Drill ist für uns ein Erlebnis: gemeinsam bewegen, Kommandos umsetzen, als Gruppe funktionieren – und dabei spüren, wie schnell aus Einzelnen eine Einheit wird. Genau dieses Gefühl bringen wir direkt auf den Markt und machen es für Besucher:innen zugänglich. Wir nehmen selbst regelmäßig an Drills teil, um Abläufe, Sicherheit und Darstellung zu verbessern. Dieses Wissen geben wir weiter – nicht als große, unnahbare Vorführung, sondern im kleinen Rahmen, verständlich und zum Mitmachen. So kann jede:r, der Lust hat, einmal selbst erleben, wie sich so ein Drill anfühlt.​
Ein gutes Beispiel dafür ist der Mittelaltermarkt Burg Rabenstein: Dort haben wir mit Besucher:innen eine Drill-Übung durchgeführt – kurz erklärt, gemeinsam ausprobiert, gemeinsam umgesetzt.
​
Wichtig ist uns dabei: Nicht nur Männer sind Teil davon. Bei uns sind Frauen herzlich willkommen. Unser Tross ist nicht nur Beiwerk. Er ist ein aktiver Tross, der mit anpackt und mitkämpft. Denn am Ende zählt nicht, wer „vorn steht“, sondern dass die Gruppe zusammen funktioniert.
Wenn du uns auf einem Markt triffst: Sprich uns an – aus Zuschauen wird bei uns ganz schnell selbst erleben.
Hakenbüchsen
Ein besonderes Highlight unseres Vereinsangebots ist das Hakenbüchsenschießen. Unsere Mitglieder verfügen über verschiedene spätmittelalterliche Hakenbüchsen, mit denen wir das historische Schießen möglichst authentisch darstellen. Unsere Schützen besitzen den erforderlichen Böllerschein und führen Vorführungen fachkundig, sicher und verantwortungsbewusst durch. Dabei legen wir großen Wert auf einen professionellen Ablauf – sei es bei vereinsinternen Veranstaltungen oder auf öffentlichen Märkten, wie zum Beispiel dem Mittelaltermarkt in Lichtenberg.
​
Die Hakenbüchse zählt zu den frühesten Handfeuerwaffen Europas und kam ab dem 14. Jahrhundert zum Einsatz. Ihren Namen verdankt sie dem metallenen Haken unter dem Lauf, mit dem die Waffe beim Schuss an Mauern oder Schießböcken eingehakt wurde, um den starken Rückstoß abzufangen. Besonders im Spätmittelalter spielte sie eine wichtige Rolle bei der Verteidigung von Städten und Burgen und markiert einen entscheidenden Schritt im Wandel der Kriegstechnik.
​








Kanonen
Neben dem Hakenbüchsenschießen gehört auch der Einsatz von Kanonen zu den besonderen Angeboten der Baieruther Katzbalgerey. Einige unserer Mitglieder verfügen über eigene Kanonen und die entsprechenden Genehmigungen, um diese sicher und fachgerecht zu betreiben. Die Schüsse werden von erfahrenen Schützen mit Böllerschein durchgeführt und sind fester Bestandteil unserer professionellen Auftritte auf Mittelaltermärkten und historischen Veranstaltungen.
​
Kanonen hielten im späten Mittelalter zunehmend Einzug in die Kriegsführung und veränderten Belagerungen und Schlachten grundlegend. Anfangs noch vergleichsweise ungenau und aufwendig in der Handhabung, entwickelten sie sich rasch zu einem entscheidenden Machtfaktor, insbesondere bei der Zerstörung von Mauern und Befestigungen. Ihr lauter Knall und die gewaltige Rauchentwicklung machten sie schon damals zu beeindruckenden, aber auch gefürchteten Waffen.
Bogenschießen
Das Bogenschießen ist bei der Baieruther Katzbalgerey kein fester Schwerpunkt, wird aber von einigen Mitgliedern regelmäßig und mit großer Begeisterung betrieben. Ein Teil unserer Schützen ist im Hauptverein BTS aktiv, andere üben das Bogenschießen vor allem in ihrer Freizeit. Entsprechend sind wir damit auch bei ausgewählten Veranstaltungen vertreten, zum Beispiel beim BOL, wo wir regelmäßig anzutreffen sind, oder gelegentlich auf Mittelaltermärkten, wenn es sich anbietet.
​
Historisch gesehen war der Bogen über Jahrhunderte hinweg eine der wichtigsten Fernwaffen des Mittelalters. Ob Jagd, Krieg oder Ausbildung – der Umgang mit Pfeil und Bogen gehörte für viele Menschen zum Alltag. Auch wenn wir das Bogenschießen heute nicht streng historisch oder wettkampforientiert betreiben, steht für uns der Spaß an der Sache und das gemeinsame Erleben dieser alten Fertigkeit im Vordergrund.





Schwertkampf
Der Schwertkampf ist auch kein fester Bestandteil der Baieruther Katzbalgerey, wird jedoch hin und wieder – meist in den Sommermonaten – gemeinsam geübt. Dabei geht es nicht um perfekte Schaukämpfe oder regelmäßiges Training, sondern um ein lockeres Miteinander und das Kennenlernen grundlegender Techniken historischer Fechtkunst.
​
Ein Beispiel für solche Grundlagen ist der sogenannte „Fünfer“, bei dem fünf verschiedene Schlagarten in einer festgelegten Reihenfolge ausgeführt werden. Solche Übungen helfen, Bewegungsabläufe zu verstehen, ein Gefühl für Distanz und Kontrolle zu entwickeln und einen kleinen Einblick in historische Kampfweisen zu bekommen. Auch hier gilt: Der Schwertkampf ist für uns vor allem eine Freizeitbeschäftigung, die wir aus Interesse und Freude an der mittelalterlichen Darstellung betreiben – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder permanente Ausübung.
